In Dingen, die für andere nur Last und Abfall bedeuten, sehe ich eine Ressource, ein Spielzeug, eine Herrausforderung oder gar einen verborgenen Schatz.
Jeder Kronkorken kann ein Amulett weden, jedes Kabel verwoben und geflochten, den Alltag bereichern und verschoenern. Jeder Knopf, jede Aludose, jedes Tetrapack, kann zerschnitten, genietet, genäht, verknotet oder sonstwie zu etwas Neuem, Einzigartigem verbundenwerden. Und zwar mit einer trotzigen, unsinkbaren Kreativitaet, einem unkaputtbaren Lebenswillen zum neuen Funktionieren, zum Noch-mal-lebenum Noch-mal-gebraucht zu werden, eine stets neue Rolle in der Welt zuspielen.
Grundidee
Aus frei verfuegbaren Naturmaterialen und Abfall Dinge des alltaeglichen Gebrauchs fertigen.
Altes und neues Wissen sammeln und zusammenfügen zu neue Ideen und Techniken.
Umsetzung
Seit langer Zeit sammle ich bereits Wissen um verschiedenste Materialien. Leider hatte ich bis jetzt weder die Zeit, noch den Raum mich der Umsetzung vieler Ideen zu widmen. Ich möchte gemeinsam mit anderen einige gut zu realisierenden Objekte bauen. Die Materialien sollen leicht verfügbar und relativ unaufwendig zu verarbeiten sein. Wenn ein Grundstock an Erfahrungen vorhanden ist, will ich auch Workshops anbieten um das Wissen zuverbreiten.
Hintergedanken
1. find the diamonds
Wie die Muscheln am Strand sind die Bierdeckeln, Kabeln und Muttern in der Stadt. Eine Aludose, die man zerschneidet und daraus einen Aschenbecher bastelt, ist wie ein Holzstück aus dem man am Lagerfeuer eine Pfeife schnitzt.
Man greift zu dem, was uns umgibt, leicht zu finden ist, gratis und in großen Mengen vorhanden ist. Für die meisten sind Aludosen Abfall. Ebenso wäre für viele ein Stück Holz nutzlos.
Abfall = ohne Nutzen, wertlos, unbrauchbar
Der Wert eines Dings hängt von seiner Brauchbarkeit ab. Wenn ich nicht weiß wie ich etwas verwenden kann ist es nutzlos fürmich. Man muss sich vertraut machen mit etwas um seinen Nutzen zuerkennen.
Unser Ziel ist es, herauszufinden, was der Wiener Müll uns zubieten hat. Wir wollen die einzelnen Materialien auf ihre Beschaffenheit, Eigenschaften und Verwendbarkeit erforschen und herausfinden mit welchen Werkzeugen man sie am besten verarbeiten kann und welche Techniken dazu gebraucht werden können. Mit Sicherheit werden bei der Verwirklichung unserer Ideen dabei neue Techniken entdeckt.
(Wer durch einen Wald geht und weder Beeren noch Pilze kennt, wird seinen Weg so gestalten, dass er entweder genug Proviant mitnimmt oder es nie allzuweit zum nächsten Gasthaus hat. Wer alle Pilze kennt wird einige sammeln und sich darauf freuen, sie endlich zubereiten zukönnen.)
2. grind and polish them -
Reparieren heißt für mich nicht nur, etwas wieder in Ordnung zu bringen, sondern ebenso es wertvoller zu machen.
Den Gewinn den etwas durch den Prozess des Wieder-instand-setzends hat, messe ich im Aufwand und in der Kreativität, die einem sterilen, gesichtslosen Objekt hinzugefügt wird. Durch das Schaffen, Reparieren und Verbessern von Dingen
des alltäglichen Lebens werden sie für mich vertrauter und bedeutsamer. Sie werden Ausdruck meiner Phantasie und damit einzigartig. Ich moechte Ideen, Fotographien, Anleitungen und Erfahrungen sammeln und damit Mut machen. Provisorien und 'Billig-'Loesungen koennen viel wertvoller und schoener sein, als ein industrielles, maschinengefertigtes Produkt
3. Dreck ist im Kopf - , Armut ist im Kopf - Angst ist im Kopf
Der grosse Vorteil von selbstgebauten Dingen ist, dass der Erbauuer sie auch selbst reparieren kann. Oft benoetigt man nur wenig Wissen, sondern lediglich etwas Zeit und Geduld. Zeit, in der man kein Geld verdient, aber auch kaum welches verbraucht und gleichzeitig Wissen anhaeuft.
Ich glaube nicht, dass Geld oder die Industrieproduktion schlecht ist. Wenn es aber beginnt, in unseren Köpfen wichtiger zu sein, als es sein sollte und Geld mehr ist als ein Tauschmittel, Industrie mehr als eine Erleichterung und Befreiuung unseres Alltags, sondern unsere Lebensfreude erdrueckt und uns krank macht, muessen wir wieder mehr Distanz dazu gewinnen. Wie in einer Beziehung macht zuviel Nähe alles kaputt. Wer in Abhaengigkeit lebt ist immer in einer Weise arm, egal wieviel Geld am Konto liegt.
Tragischer als die Abhaengigkeit von Geld und Industie, ist diekulturelle. Jede Handwerkskunst oder Krümel von Tradition ist nurnoch ein Nischenprodukt und wird
vom Mainstream belaechelt. Die Masse blickt auf zu wenigen, und einer globalisierten Kultur, die keine reale Kultur wiederspiegelt, sondern primaer nach der Logik des Marktes funktioniert. Die Globalisierung bringt uns viel Gutes.
Keiner will in einer sozial und ideell rueckstaendigen Gesellschaftleben, die Wunden der Vergangenheit sitzen tief. Es waere jedochschade, die kleine Kunst, von und fuer jedermann, wie sie frueher betrieben wurde, voellig sterben zu lassen.
Wir koennen und wollen nicht zurueck, zum alten Kunsthandwerk, denn allein die Materialien, die uns tagtaeglich umgeben, sowie unsereBeduerfnisse, die unsere Kreativitaet naehren, haben sich gewandelt.
Frueher bastelte man aus frei verfuegbaren Naturmaterialen (zB Weidenruten) Dinge des alltaeglichen Gebrauchs, wie Koerbe oder Kunstgegenstaende.
Heute haben wenige Zugang oder das Wissen um Weidenruten. Man kann aberaus viellerlei Material Koerbe bauen. Man kann auch aus ueberallvorhandenen alten Geraeten neue bauen;
Lampen, Regale, Blumentoepfe. Damals entwickelte jede Region, abhaengig von ihrerLebensart und den verfuegbaren Wissen und Materialien ihre Eigenheitenund Fertigkeiten. Damit entstand ein wohliges Geborgenheitsgefuehl imeigenen Kulturkreis. Dies ist heute nur marginal durch Auswahl bzwunterschiedlicher Zusammenstellung von Massenware moeglich.
Subkulturen versuchen immer, angefangen von Musik, Kleidung undvisuellem Material sich selbst zu definieren. Warum gehen wir nichteinen Schritt weiter?
4. Mensch muss spielen
Basteln, Nähen, Experimentieren auf einer nicht-kommerziellen,nicht-wissenschaftlichen Ebene wird nicht als Arbeit wahrgenommen.
Es scheint eher dem Spielen der Kinder oder der Hausarbeit nahe zu seinund wird deshalb gesellschaftlich nicht hoch gewertet.
Die Beschäftigung mit und das Eingreifen in das, was unstagtäglich umgibt ist jedoch meiner Meinung nach etwas Essentielles.
Wer, außer einem Elekrotechniker, hat eine Ahnung davon wie ein Radio funktioniert. Und doch muss jeder eine Computer bedienen können. Die Technik die uns umgibt ist unserem alltäglichen Verständnis weit vorraus.
Ich denke, dass die Neugier Dinge verstehen zu lernen, auseinanderzubauen und neu zusammenzufügen etwas ur - menschliches ist.
Ich glaube auch, dass ein Zulassen dieses 'Spieltriebes' , auch jenseits der frühen Kindheit und der Pension, uns gut tut.
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the realization of the trashdiamonds
Irgendwann gab mein eingefahrener Verstand langsam nach und öffnete meine Augen für das was mein Verstand noch nicht kannte. Es war in der Zeit zwischen Weihnacht und Neujahr und als ich über die winterliche Wiese ging sah ich die Seelen der Pflanzen über ihnen erbluehen. Als ich weiterging sah ich fein gearbeitete und zärtlich gezogene Ornamente am Boden und an den Waenden. Ich sah golden schimmernde Geschenke wo zuvor noch Müll und Dreck gelegen war.Wasserbloom 2003
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WE HAVE TO BE HONEST WITH OURSELVES
PLASTIC IS NOT EVIL
WOOD IS NOT NECESSARILY GOOD
MONEY IS NOT BAD
WE MUST NOT MAKE IT RULE US
MONEY SHOULD LOOSE ITS VALUE
IF YOU KEEP IT TOO LONG FOR YOURSELF
(LIKE ALL OTHER THINGS
WHO ARE MEANT TO BE USED AS WELL)
YOU DONT KNOW EVERYTHING
(YOU NEVER WILL)
BUT YOU KNOW A LOT
AND EVERY DAY YOU LEARN MORE
EVERY DAY LIFE GETS MORE EXCITING
EVERYTHING CONNECTS
THE PUZZLE TAKES SHAPE
AND YOU ARE YOUR MAIN ACTOR

(1) Armreif (ehemals Kinderbagger reifen) (2) Bildaufhängung aus 'Bierdosen lasche' (3) Handgelenks schmuck aus Gabel (4) Obstschüssel (ehemals Waschmaschinen tür) (5) Halsketten verschluss aus Büroklammer (6) neuer Zipp in ehemals kaputter Laptoptasche (7) Sitzpölster aus alten Federkernmatratzen (8) Amulett (aus dem Innenleben eines Wasserkochers) (9) Bilderrahmen aus Tetrapack gefertigt
Das Ziel dieser Bildersammlung ist es, Ideen zu sammeln und zu verbreiten. Wenn du andere Arten der findest Muell zu verwenden bzw. Klimbim (Gebrauchsgegenstaende) in einer neuen Weise zu gebrauchen, bitte schick mir ein Foto (bei Wunsch kann ich auch den Author veroeffentlichen)
The idea of this gallery is to collect and distribute ideas, if you come across different methods to use trash or use daily use things in a new way - please send me a picture. (if you wish the author can be published as well)
(Note: Manchmal fühlt es sich so an, als würde ich aus der fernen Zukunft mit einem archäologischen Blick die Gegenwart betrachten und all den Müll der so rumliegt nach anderen Massstäben als den uns üblichen bewerten.)